Sägeprozesse erklärt
Ein genauerer Blick auf die Kreissägemaschine
Auch nach 85 Jahren arbeitet Bewo noch jeden Tag daran, die Techniken hinter dem Rohrsägen weiterzuentwickeln und zu perfektionieren. Mit dem Aufkommen neuer Technologien bleibt es möglich, sich kontinuierlich zu verbessern. Immer schneller, präziser, zuverlässiger und wirtschaftlicher – unter anderem dank eines geringeren Verschleißes der Sägeblätter.
Bündellader
Rohre und andere Profile können als kompletter Bündel in die Maschine geladen werden. Die Schwierigkeit besteht darin, die Rohre voneinander zu trennen, damit sie einzeln der Säge zugeführt werden können. Durch das Zusammenspiel von Bunkerbewegung und Zuführkette können Rohre vollautomatisch verarbeitet werden.
Dank der langjährigen Entwicklung der Steuerungssoftware ist es möglich, Rohre ab Ø 6 mm (im Fachjargon „Spaghetti“) problemlos zu sägen.
Greifer-Zangen-Zuführsystem
Früher wurden Rohre über ein Rollensystem in die Säge eingeführt, mittlerweile haben wir jedoch vollständig auf ein Greifersystem umgestellt. Dies verringert das Störungsrisiko, da kein Anschlag oder keine Führung mehr erforderlich ist.
Die Geschwindigkeit und Genauigkeit des Greifers sind unübertroffen: eine Geschwindigkeit von 4 m/s und eine Genauigkeit von 0,01 mm, gesteuert durch einen Servomotor.
Proportionales Sägen
Auf der Grundlage der Rohrform wird ein Sägeprofil erstellt. Dieses Sägeprofil ist auf die Geometrie des Rohrs abgestimmt. Während sich das Sägeblatt durch das Rohr bzw. die Rohre bewegt, werden sowohl die Blattgeschwindigkeit als auch der Vorschub kontinuierlich angepasst, um eine optimale Geschwindigkeit bei minimalem Verschleiß des Sägeblatts zu erreichen.
Selbst bei voller Geschwindigkeit überwacht und regelt die CPU des Servomotors kontinuierlich den optimalen Betrieb.
Sägeblatt-Managementsystem
Das Sägeblatt wird elektronisch in verschiedene Sektoren unterteilt. Durch die Überwachung der Kontaktstelle zwischen Sägeblatt und Werkstück können selbst kleinste Abweichungen im Sägeblatt ausgeglichen werden. Dadurch ist eine Endprodukttoleranz von < 0,1 mm erreichbar und der Verschleiß des Sägeblatts kann begrenzt werden.
Cutting Wizard – Parametergenerator
Eine Sägemaschine ist mit Dutzenden von Sensoren ausgestattet, und es gibt unzählige Variablen und Parameter, die eingestellt werden können, um das richtige Sägeprogramm zu bestimmen. Um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, haben wir die Software „Cutting Wizard“ entwickelt.
Basierend auf den Produkteigenschaften und dem Maschinentyp wird automatisch der beste Einstellungssatz generiert. Der Bediener muss diesen nur noch feinabstimmen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Die Einstellungen können gespeichert werden, sodass ein einfacher Wechsel zwischen den Produkten möglich ist und stets optimal produziert werden kann.
Kreissäge oder Rohrlaser?
Ein Rohrlaser kann spezielle Formen ausschneiden, was nützlich sein kann, wenn viele verschiedene Produkte hergestellt werden müssen.
Eine Kreissäge führt immer einen geraden Schnitt aus. Bei Bedarf kann anschließend eine Nachbearbeitung erfolgen, wie zum Beispiel Einkerben, Stanzen oder Endformung. Dies geschieht meist bei größeren Stückzahlen, da die Bearbeitung für jedes Produkt individuell eingestellt werden muss. Ein Laser kann jedes Produkt durch eine Softwareanpassung individuell gestalten.
Eine Kreissäge ist unübertroffen, wenn es um Leistung und Kosten pro Schnitt geht. Da sich die neuesten Maschinen einfach und automatisch umrüsten lassen, ist dies auch für Kleinserien eine effektive Lösung.
In einem industriellen Umfeld ist die Wahl einer Kreissäge angesichts der Investitionskosten, der Betriebskosten und des Wartungsaufwands naheliegend. Dies ist besonders wichtig, wenn die Maschine einen strategischen Bestandteil des Produktionsprozesses darstellt.